07.11.2005 | Film
Thomas Heise ausgezeichnet
Thomas Heises letzter Dokumentarfilm Mein Bruder, der bei der Berlinale 2005 zum ersten Mal öffentlich gezeigt wurde, erhielt soeben den Dokumentarfilmpreis des Goethe-Institus. In der Begründung der Jury hieß es, der Film zeige „auf eindrucksvolle, unaufdringliche Weise und mit viel Raum für eigene Interpretationen den schwierigen Weg zur Aussöhnung. [...] Mit einfachen Mitteln erzählt Thomas Heise seine private Geschichte, die gleichwohl über das Individuelle hinausweist und sein Publikum in den Gastländern des Goethe-Instituts finden wird." Thomas Heise über seinen Film: Mein Bruder Andreas ist Koch. Er hat die Stadt verlassen und seine Stammkneipe in Berlin im Prenzlauer Berg. Er lebt jetzt seit einem Jahr in Frankreich, in den Bergen unterm Dach der Pension von Micha und Yvonne. Andreas hat gedacht, er stirbt hier, drei Infarkte, eine Operation, das Herz und nichts mehr vor, aber daraus wird nichts. Mein großer Bruder hat sich plötzlich verliebt. In Vanina, die Frau vom Hufschmied mit den drei Söhnen. Micha finanziert die kleine Pension durch seine Arbeit auf Herzstationen in der Schweiz und in Deutschland. Er ist Kardiotechniker. Yvonne ist es gewesen. Sie nimmt sich jetzt Zeit für die Kinder. Mein Bruder arbeitet für Micha und Yvonne. Er kocht für sie und für die paar Sommergäste. Jetzt ist Oktober, mein Besuch ist kurz. Ich möchte mit meinem großen Bruder über Micha reden, seinen Freund. Unsern IM.