11.12.2017 | Hörspiel | Radiotipp
„Manitu" von Holger Böhme wird Hörspiel des Monats
Lothar-Ost und Lothar-West im Tipi kurz vor der Schlacht
Bild: henschel SCHAUSPIEL
Die Akademie der Künste kürte Holger Böhmes "Manitu" zum Hörspiel des Monats November 2017. Regie führte Gabriele Bigott, der Dramaturg war Thomas Fritz vom MDR. In der Begründung der Jury heißt es:
"In Holger Böhmes „Manitu“ treffen vor dem Hintergrund der Auseinandersetzungen um eine Pegida-Demonstration zufällig zwei Männer mit dem Vornamen Lothar aufeinander, der eine ein hoher, ordnungsliebender Polizeibeamter aus dem Westen, der andere ein heimatliebender Sachse, beide Mitglieder in einem Indianerclub auf dem Weg nach Radebeul, um die Schlacht am Little Big Horn nachzuspielen. Da prallen in einer raffinierten Mischung aus komödiantischen Wortwechseln und lebensphilosophischen Erkenntnissen zwei Mentalitäten und mit dem gerechten Staat und der Welt der Indianer zwei erträumte Welten aufeinander, die sich in den retuschierten Biographien der Protagonisten spiegeln. Das intelligente Spiel wird von den Schauspielern Jörg Schüttauf und Gustav-Peter Wöhler (Regie: Gabriele Bigott) überzeugend in ein Hörvergnügen übersetzt."

Der sächsische Lothar mit seinen verzweifelt lebensklugen, oft grenzwertigen, immer aber liebenswert schwermütigen Erkenntnissen, wurde auch in "Lothar und der Kormoran" von Gabriele Bigott mit Jörg Schüttauf besetzt und zum Hörspiel des Monats Juni 2013 gewählt.