10.10.2018 | Theater | Uraufführung
Bonn Parks "Drei Milliarden Schwestern"
Eine Oper. Ab 12.10.2018 an der Volksbühne
Bild: henschel SCHAUSPIEL
Es ist nicht mehr Moskau, auf das sich die Sehnsucht der Tschechow'schen drei Schwestern richtet. Es geht nicht mehr um eine Stadt oder um ein Land, wo sich Hoffnungen erfüllen könnten in weiter Ferne. Ein Komet rast auf die Erde zu. Schon immer rasten Kometen unheilverkündend auf den blauen Planeten zu, aber diesmal ist es ernst. Die Hälfte der Menschheit, drei Milliarden Schwestern, versuchen dieses Erdende aufzuhalten. Zitat Volksbühne bzw. Bonn Park: "Wenn sie nicht schon so alt und traurig wären. (Irina zum Beispiel ist schon 15). Und dann all die Leute, die ihnen ständig sagen, das versteht ihr noch nicht oder das ist nicht so einfach wie ihr denkt oder es ist ein bisschen komplizierter oder das geht nicht so einfach oder da muss ich erst mal nachfragen, ich melde mich dann bei dir, das kann ich nicht allein entscheiden oder oder oder oder." Aber wenn, so Bonn Park und sein Team, dann sind es die drei Milliarden Schwestern, die noch echte Schmerzen und Gefühle gegenüber der Weltpolitik haben.
Das Jugendsinfonieorchester am Georg-Friedrich-Händel-Gymnasium spielt um sein Leben und der einzige Mann an diesem bizarren, besorgten, dadaistisch phantastischen Abend ist der Überraschungsauftritt des Schnulzensängers Dagobert aus den Schweizer Bergen.
Text & Regie Bonn Park, Komposition Ben Roessler. Mit Anne Tismer und zehn Spielerinnen P 14