15.11.2018 | Theater | Uraufführung
Dmitri Sokolows "Russian Boy"
Es gibt uns, wir kämpfen um unser Recht auf Liebe, um unser Recht auf Glück ...
Bild: henschel SCHAUSPIEL
Elina Finkel brachte das Stück des jungen Dmitri Sokolow aus Russland mit, übersetzte es und inszenierte es am Oldenburgischen Staatstheater. Sokolows Männer sind schwul. Artjom hat damit keine Probleme, obwohl seine Mutter sich überall mit Lügengeschichten verbiegen muss. Er genießt die Glitzerwelt der Clubszene und will ein Star werden. Er jobbt in einer Gay-Sauna, nimmt mit, was er kriegen kann und dann trifft er Mischa. Der verlässt für ihn seine schwangere Frau. Es sind Momente rasenden Glücks. Aber Mischa steht weder die Trennung durch, noch kommt er gegen seinen Selbsthass und das herrschende konventionelle Männerbild an. Artjom wird ihn verlieren. "Wie lernt man es, glücklich zu sein und es auszuhalten? Wahrscheinlich gar nicht." (Artjom)

... Dieses Entsetzen, die Erkenntnis, dass sich die beiden von ihrer Liebe haben übermannen lassen, alles um sich herum vergessen, und dadurch fast Gefahr gelaufen wären, ihre Existenzen zu ruinieren, dass sie für diesen Kuss ganz beiläufig ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben – das alles liegt in ihren Blicken und teilt sich im Bruchteil einer Sekunde mit, wenn sich die beiden jungen Darsteller anschauen ... (Benno Schirrmeister, Nachtkritik 18.11.2018)