26.11.2018 | Theater | Premiere
Oliver Frljić inszeniert am Staatstheater Stuttgart seine Version von Shakespeares "Romeo und Julia"
„Das Herz ist ein geräumiger Friedhof."
Bild: Jovica Drobnjak
Am Samstag, den 24.11.2018, feierte der Regisseur Oliver Frljic in Stuttgart Premiere mit Shakespeares "Romeo und Julia".

"Um den Bruch mit Normen geht es Oliver Frljić (...) in "Romeo und Julia" in seiner zupackenden, oft auch packenden Inszenierung. Er zeigt die Liebe zweier junger Menschen vor allem als Aufbegehren gegen die Gesellschaft – allein schon indem Julia den Grafen Paris verschmäht, den ihr Vater als standesgemäße Partie für sie ausgesucht hat. Doch wie so viele Revolten endet auch die von Romeo und Julia tödlich. (BR, Christoph Leipbold, 25.11.2018)

"Die Aufführung ist wie ein großes Bilderrätsel vor dunklem Hintergrund: bisweilen tauchen Menschen zwischen trügerischen Spiegelwänden wie in einem vergrößerten Albtraum auf, reden, hämmern aufeinander ein – um wenig später wieder geisterhaft zu verschwinden. Ein Pandämonium der Gefühle voller gespenstischer Mischwesen (...). Deutschlandfunk, Cornelie Ueding, 25.11.2018

"Immer wieder lässt der Regisseur Wörter, Satzteile, seltener auch ganze Sätze mehrfach wiederholen. Mercutio und Benvolio inszeniert er als Clowns. Überhaupt arbeitet er die gemeinhin zugunsten der Tragik und der Lyrismen unterdrückten komischen Aspekte des Stücks heraus." (nachtkritik, Thomas Rothschild, 25.11.18)

"„Das Herz ist ein geräumiger Friedhof“, sagt Julia, als sie und Romeo in ihre Holzsärge steigen und das Stück zu Ende ist. So gefasst sind die beiden, dass man auf die Idee kommen könnte, dass sie einen inszenierten Suizid geplant haben. Liebesdarsteller, keine Liebenden. (...) Der Regisseur stellt der Gesellschaft kein gutes Zeugnis aus, was ihren Gefühlshaushalt betrifft. Hinter das Konzept Liebe auf den ersten Blick setzt der Regisseur große Fragezeichen." (Stuttgarter Nachrichten, Nicole Golombek, 25.11.2018)