22.01.2019 | Theater | Uraufführung
"heiner 1-4 (engel fliegend, abgelauscht)" von Fritz Kater
Am 26. 01. ist Premiere am Berliner Ensemble
Bild: Matthias Horn
Dem Heiner Müller der Nachwendezeit widmet sich Fritz Katers Stück "heiner 1-4". Es nähert sich seiner Titelfigur aus vier verschiedenen Richtungen und Distanzen und mit unterschiedlichen Textformen: Zum einen mit dialogischen Bildbeschreibungen der Polaroidaufnahmen aus dem Band "Der Tod ist ein Irrtum", den Müllers Frau, die Fotografin Brigitte Maria Mayer 2005 veröffentlichte. Liebe, Geburt und Tod erscheinen intim nah und doch nicht privat. Im Kontrast dazu eine zweite Perspektive, die Müllers öffentliche Rolle, seine Interviews und essayistischen Gespräche zur Textgrundlage hat. Miteinander verflochten laden beide Teile zu überraschenden Assoziationen ein, bilden neue Konstellationen aus Gedanken und Erinnerungen, in denen Müller selbst als "das Drama" erscheint. Mit den Mitteln der Farce rückt "heiner 3" eine rasende Geschichtsmaschine ins Zentrum – als leerlaufenden Theaterapparat. Der ihn bedienen sollte, der Autor, tritt im letzten Teil, einem monologähnlichen Erzähltext, aus dem Theater in eine Landschaft aus Traum und Literatur, aus DDR-Geschichte und greller neuberliner Wirklichkeit. Ein Mädchen begleitet ihn, vielleicht seine Tochter. Ein junger Rollstuhlfahrer schließt sich ihnen an. Das schreibende Ich endet auf einem Floß in der eisigen Spree, die es vorbei am Theater aus der Stadt hinausträgt.