25.02.2019 | Hörspiel | Erstsendung im Radio
"Dieter und der Wolf" ein Radiomonolog von Holger Böhme
Ursendung 25.02.2019 MDR Kultur
Bild: henschel SCHAUSPIEL
Dieter war Revierförster. Er ist erst 59, aber als Förster darf er nicht mehr arbeiten und so hängt er rum. Er kennt sie alle: die Tiere, die Dorfbewohner, die Frauen. Sie nennen ihn "den Russen", weil seine Mutter ... egal. Dafür hat er einen von ihm selbst konditionierten Wolf "Boris" genannt. Jetzt wartet er auf ihn. Er hat seine Entnahme, so heißt im Jägerlatein der Abschuss, vorbereitet und liegt mit entsichertem Gewehr auf der Lauer, geschützt im alten Haus seiner Mutter. Er wartet. Er trauert um den Wolf und er weiß, dass der weg muss. DIe Wölfe werden zu sicher. Kommen immer näher ran an das Dorf, in dem es nichts mehr gibt außer einer aus EU-Geldern erbauten "Bustasche". Aber der Bus kommt auch nicht mehr. Das Dorf wird nur noch verwaltet. Hin und wieder stirbt einer. Dieter wartet und denkt nach. Über sein einsam gewordenes Leben, über seine tote Mutter, die Hasen, die die einzigen Beutetiere sind, die sich zu helfen wissen im Wald. Über Marianne, die er nicht bekommen hat. Aber nun, wo der Herbert tot ist, gibt es vielleicht noch eine Chance für ihn, den einsamen Dieter. Das Telefon stört. Die Leute fragen, wie es dem Wolf geht. Ob er schon tot sei und so weiter. Und schließlich meldet sich auch Marianne.

Ein tragikomischer Radiomonolog aus einer vergessenen Region mit Jörg Schüttauf

Regie Gabriele Bigott
Produktion MDR Kultur 2019
Erstsendung 25.02.2019, 22:00 Uhr