08.11.2019 | Theater | Uraufführung
BRÜDER UND SCHWESTERN
der Roman von Birk Meinhard, in einer Bearbeitung für die Bühne von Christian Tschirner
Willy, Patriarch der Familie Werchow, ist engagierter Direktor einer großen Druckerei in Thüringen. Er setzt sich mit Leuten auseinander, die ihr Leben weniger leidenschaftlich führen. Jeden Tag kämpft er, mit Freunden und Feinden, mit seiner Frau Ruth und auch mit Funktionären des Staates DDR. Seine Kinder Matti, Erik und Britta sollen aufrechte Menschen werden. Später ziehen die drei Kinder weg von zu Hause in eine andere Provinz und in die Hauptstadt. Sie sind wie viele ihrer Generation auf der Suche nach dem ganz eigenen Weg, als die Ereignisse der Jahre 1989 und 1990 sie in einen neuen, schnelleren Alltag schleudern. Alle drei haben Mühe, ihre Suche fortzusetzen. Sie arbeiten und lieben und trauern und verlieren einander für einige Zeit aus den Augen, um am Ende doch wieder nahe beieinander zu sein.

Birk Meinhardt schildert die Chronik dieser Familie sozial genau vor dem Wandel der Zeit in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er kennt den Lauf, den die große Geschichte im Detail genommen hat, jede enge Kurve und die langen Strecken. Der Autor setzt damit eine alte erzählerische Tradition fort, im Mittelpunkt stehen die seelischen Höhen und Tiefen seiner starken Figurengruppe, von denen er unterhaltend, im besten Sinne des Wortes, berichtet.