08.01.2020 | Theater | Uraufführung
"Sprachlos die Katastrophe im Bereich der Liebe" von Henriette Dushe
am 10.01.20 im Theater Ulm
Unsagbar, dass die Liebe verschwinden, eingehen, verblassen, sich auflösen, umschlagen kann. Grausam diese Vorstellung im Moment der Liebe und in der Ahnung des Scheiterns. Aus einem Reservoir an Worten und Phrasen über das Unsagbare baut Henriette Dushe ein Spiel- und Sprachexperiment, in dem die Spieler den Abgesang eines Paares auf ihre verbrachte Zeit zu formulieren suchen. Um der Sprachlosigkeit zu entgehen, entsteht mit dem Sortieren von Erinnerungen und Stichworten das Mosaik einer Liebesgeschichte. Vom vorsichtigen Entdecken bis zum schmerzlichen Verlieren wird das Miteinander eines Paares in jeweils veränderter (Körper-)Sprache erfahrbar.

Nach »Lupus in fabula« bringt das Theater Ulm wieder einen kunstvoll arrangierten Text von Henriette Dushe auf die Bühne, in dem Figuren ihre Existenzen pointiert und empathisch ausagieren. Uraufführung Freitag, 10. Januar 2020, 19.30 Uhr, Podium, Regie Jessica Sonia Cremer.

„Wer mehr liebt, ist immer der Schwächere.“ Der italienischen Tragödin Eleonora Duse wird dieser Satz nachgesagt. Wie ein Lehrstück für die These der großen Duse wirkt die jüngste Uraufführung im Podium des Theaters Ulm: „Sprachlos die Katastrophe im Bereich der Liebe“ illustriert in starken Bildern die Enttäuschung – oder „Ent-Täuschung“? – eines Paares, den Weg von der Verliebtheit in die Verachtung. Marie Luisa Kerkhoff und Maurizio Miksch führen den Zuschauer dabei als namenloses Paar durch die bitteren Stationen dieses Weges. (Dagmar Hub)