07.04.2020 | Theater
"Ahora vuela libre."
Der Vater des zeitgenössischen katalanischen Theaters Josep Maria Benet i Jornet ist tot
Benet i Jornet war ein Schlüsselfigur für das zeitgenössische katalanische Drama und seine internationale Bedeutung nach der Franco-Diktatur. Ihm gelang es, die Stille nach dem Traditionsbruch zu überwinden - vor allem weil er auf Katalanisch schrieb. Noch mitten im Franquismo kam "Una vella, coneguda olor" auf die Bühne, dessen Realismus beeindruckte. Mit Stücken wie "Testament", "Begehren", "Revolta de bruixes" und "E.R." schuf er Brücken zwischen den großen Namen aus der Zeit vor dem Bürgerkrieg hin zu den Autoren der jüngeren und jüngsten Generation. Er hat sie immer begleitet und beraten.
"Papitu", wie Benet i Jornet liebevoll genannt wurde, wandte sich ab 1994 dem Fernsehen zu. Seine berühmten TV-3-Soaps "Poble Nou", "Nissaga de Poder", "Laberint d'ombres", "Ventdelplà" setzten sich immer wieder mit gesellschaftlichen Tabu-Themen auseinander.
Benet i Jornet erhielt Auszeichnungen wie das Creu de Sant Jordi und 2013 den Premi d'Honor de les Lletres Catalanes. Dabei bedauerte er, dass der Preis in 45 Jahren nie an Autoren vergeben worden sei, die ausschließlich für das Theater schrieben, und nur dreimal an Frauen.