27.12.2012 | Theater
"demenz depression und revolution" von Fritz Kater
"studie zu 3 mythen der gegenwart" untertitelt der Autor sein neues Stück. Der erste Teil "im schmetterlingsgrund" ist ein vielstimmiger Gedankenstrom, der mit zarter Ironie die aberwitzigen Versuche des Menschen seiner Natur und Endlichkeit zu entfliehen beschreibt und auf wachsende Probleme einer überalterten Gesellschaft verweist. "schwarzer hund" verknüpft das beinharte Geschäft des Profisports mit einer psychischen Überbelastung, die in einer ausweglosen Depression mündet. Der dritte Teil "tagebuch eines revolutionärs/versuch einer fälschung" besteht aus den Aufzeichnungen eines Künstlers während des Prager Frühlings. Zum Revolutionär wird er jedoch weniger durch sein aktives Beteiligtsein an der Revolution als durch die Unbedingtheit mit der er lebt und die Trennung zwischen Kunst und Leben aufhebt.
Indem Fritz Kater die drei Phänomene Demenz, Depression und Revolution nicht als Tatsachen, sondern als Mythen untersucht, nimmt er ihnen ihre Schwere und Ausweglosigkeit und eröffnet neue Denkräume. Denn ein Mythos ist nie abgeschlossen oder fertig, er formt und entwickelt sich bei jedem Erzählen neu.
Regie führt Armin Petras.