08.02.2016 | Theater
Neues Stück von Fritz Kater: "love you, dragonfly"
1935-41: Ein Wissenschaftler verlässt seine große Liebe Richtung Sibirien, um bedingungslos dem Sozialismus und dem „großen Lenker“ zu dienen. 2014: Ein Professor besucht seinen Adoptivsohn afrikanischer Herkunft, der zu einem Mörder geworden ist, im Gefängnis. 1969: Ein dreizehnjähriges Mädchen flüchtet sich vor einem sintflutartigen Regen in die Arme eines Alkoholikers und später in den nahegelegenen Weiher. 1985-88: Im Inneren eines Panzers. Ein junger NVA-Soldat auf Eiswasserfahrt. Er träumt davon, in den Westen zu gehen, seine Freundin tut es. 2018: Ein Student verwirklicht den amerikanischen Traum vom self-made-man und überwindet dabei Geschlechter und andere Grenzen. 1942: Ein kirgisischer Deserteur wird von seiner Frau versteckt; als er halbverhungert die Kuh der Nachbarin stiehlt, verrät sie ihn.
Frei nach Arbusow, H. Müller, Bernanos und Aitmatow entfaltet Fritz Kater quer durch die Zeiten ein mehrdeutiges Mosaik über den Glauben als Triebfeder menschlichen Handelns. Seine Figuren sind Grenzgänger, Überlebende, Flüchtende, Liebende, die mit und gegen den Lauf der Zeiten versuchen, ihr Heil zu finden, zu erhalten und daran scheitern.
(3 D, 2 H, Besetzung variabel; UA: Oktober 2016 / Theater Bonn)