29.03.2016 | Hörspiel
"Zweiundzwanzig" - Irene Schuck nach Jean-Philipp Blondel
Es gibt einen Trost, der im Leben selbst liegt. Das ahnt der Erzähler nicht, als er mit zweiundzwanzig Jahren schon am Ende ist. Unfälle haben seine Familie zerstört. Er ist kaputt, die Träume sind geplatzt, seine Seele zerrieben. Nur noch einen Ort will der junge Franzose sehen: Morro Bay an der Pazifikküste. Darauf konzentriert sich seine Sehnsucht. Genauso wie sie Lloyd Cole in dem Song „Rich“ besingt. Mit Exfreundin Laure und dem Freund Samuel startet er 1986 einen Pilgertrip nach Kalifornien. Der Weg zum Meer wird ein langer Umweg. Auf endlosen Asphaltstraßen und in kuriosen Absteigen mit miniaturhaften Begegnungen kommt das Leben langsam zu ihm zurück. Jean-Philipp Blondels Erzähler ist Ende vierzig, als er mit einer lakonisch milden Leichtigkeit diese Schicksalsreise zu sich selbst noch einmal nachvollzieht. IRENE SCHUCK hat in ihrer Bearbeitung und Inszenierung den zarten wie intensiven Sound des wunderbaren Buches aufgenommen.
Mit Gert Heidenreich, Jonas Minthe, Maria Magdalena Wardzinska, Mirco Kreibich u.a.

Regie Irene Schuck
Ursendung 10.04.2016, NDR info, 21:00 Uhr