11.08.2016 | Hörspiel
"Die meisten Afrikaner können nicht schwimmen" von Holger Böhme
Zwei Westeuropäer fahren Boot im Mittelmeer und ganz schnell ist sie ab, die Tünche der Kultur. Und was kommt zum Vorschein? Sonja und Oliver erzählen es einem Radiopublikum. Sie fischten drei Schwarzafrikaner aus dem Wasser. Flüchtlinge oder Schlepper, arme Schweine oder Kriminelle. Winzige Indizien verkeilten sich zur Gewissheit. Sie waren selbst in eine lebensbedrohliche  Situation geraten. Die Entscheidung trafen sie gemeinsam. Sie banden die Pinne fest, verstauten Kreditkarten wasserdicht und sprangen von Bord, bevor die Yacht auf ein Riff krachte. Irgendwie schwimmen sie noch immer um ihr Leben. Beladen mit ihrem Gewissen und dem Gefühl, richtig gehandelt zu haben. Sie packen alles auf den Tisch. In einem sie selbst schockierenden Duell der Sichten. Sollen die Leute den ersten Stein werfen. HOLGER BÖHMEs Figuren sind von provokanter Offenheit. Sie pfeifen auf alles Getue und auf political correctness und setzen dabei auch ihre Liebe aufs Spiel. Spannend von der ersten bis zur letzten Sekunde inszeniert. Mit Eva Löbau und Devid Striesow.

Regie Stefan Kanis
Erstsendung 21.08.2016, Produktion MDR, 48'45