Vor dem Abriß
(Geschichte ohne Ende)
(Originaltitel im Spanischen: „El Cerco de Leningrado – Historia sin final“)
Sind sie einfach durchgedreht, die beiden Frauen, die seit über zwanzig Jahren in ihrem „Gespenster-Theater“ ausharren? Priscila, die Prinzipalin, und Natalia, die Schauspielerin, haben es nicht hingenommen, daß damals ihr Theater geschlossen wurde, nachdem einer der Hauptdarsteller bei den Endproben zu einem Stück über die Blockade Leningrads tödlich verunglückte (oder umgebracht wurde). Jetzt, da dem Theaterbau endgültig die Abrißbirne droht, finden die beiden beim Kramen in Requisiten das Originalmanuskript des einst so brisanten Stückes, und sie geraten wieder in den Bann der damals geprobten Rollen. Aber sie entdecken auch ganz verblüfft, daß jenes Schauspiel schon das mögliche Scheitern einer sozialistischen Utopie einbezog und vielleicht sogar deshalb zu Fall gebracht wurde. Das Stück signalisiert tiefe Betroffenheit über das Ende jenes Traums von einem begehbaren „Weg über den Ladoga-See“ – eine Betroffenheit freilich, die durch den Witz, die Trivialitäten und die Überspanntheiten der beiden Theaterfrauen wunderbar konterkariert wird.
Theater
DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG
31.01.1995   Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin
R: Daniel Danzer
Kalender
22.02.2019 | AUFFÜHRUNG
Junges Theater Göttingen
R: Victoria Montero