Die Umsiedler
nach Arno Schmidt
Regen floss schräg um die knochigen Bäume; Wind gab krummen Flüchtlingen Püffe in Haar und Augen …

Über 13 Millionen Menschen waren nach dem 2. Weltkrieg auf der Flucht. Sie mussten in Notunterkünften untergebracht und irgendwie versorgt werden. Sie waren nicht willkommen, diese Hungerleider mit den sonderbaren Dialekten. Wer weiterzog, war denen, die etwas mehr hatten, am liebsten. Es entstand ein hartnäckiger, innerdeutscher Fremdenhass, der in Arno Schmidts 1953 veröffentlichtem Kurzroman „Die Umsiedler“ in scharf ausgeleuchteten Szenen eine unheimliche Aktualität erhält. Während seiner Umsiedlung lernt der Ich-Erzähler die junge Witwe Katrin kennen, die bei einem Bombenangriff einen Fuß verlor. Mit ihrer kleinen Rente, Liebeshunger und einem resoluten Lebensmut stranden die beiden in einem ihnen zugewiesenen Ort und versuchen, sich dort anzusiedeln. Arno Schmidts unerhörte Metaphorik, sein extravaganter Sprachwitz, die Originalität und poetische Wucht seiner Beschreibungen hat Anna Pein sensibel erhalten, dialogisch aufbereitet und mit dokumentarischem Zeitmaterial kontrastiert.

Gesang Almut Kühne. Instrumentalisten Sabine Wortmann, Silke Eberhardt, Andreas Völker.
Mit Tilo Werner, Katharina Marie Schubert, Werner Wölbern, Jürgen Uter, Udo Scxhenk, Mirko Kreibisch, Benjamin Utzerat u.a.
Autor
Anna Pein↗
Hörspiel
URSENDUNG
26.04.2017   NDR / WDR 2017
R: Oliver Sturm
72:04 min