Nächtliche Passagen mit einem Wolf
"Ich bin, trotz meiner Schußwunden, zwei Tage lang je achtzig Kilometer von der Lausitz bis hierhergelaufen. Ein Spargelbauer wars, der mich erwischte". – sagt der Wolf gleich zu Beginn der nächtlichen Passagen und pflegt im Wohnzimmer eines unfreiwilligen Gastgebers sein zerlöchertes Fell. Da sitzt das Tier, ein ungeliebter, nicht kalkulierbarer Migrant aus dem Osten. Manche meinen, er müsse integriert werden. Andere würden ihn sofort töten, wenn es erlaubt wäre. Dieser wunde Wolf hier kann sogar singen und hat eine Bildung, die den ängstlichen Chor der Nachbarn übersteigt. Aber er bleibt eben ein Geselle mit Zähnen, Pelz, Rachen und Gerüchen. Worauf will das Tier hinaus? Der SWR produzierte bereits eine andere tierische Begegnung von Astrid Litfaß: „Nächtliche Passagen mit Kühnen und Hühnchen“ (Regie Judith Lorentz). Zwei halbstündige Hörspiele, die sich gut zusammenfügen zu einem großen Ganzen.
Hörspiel
URSENDUNG
12.07.2018   SWR 2
R: Iris Drögekamp
23:30 min