05.08.2008 | Hörspiel
Ursendung "Fisch. Farce für den Film" von Ingmar Bergman
"Fisch. Farce für den Film" von Ingmar Bergman Hörspielbearbeitung Kai Grehn Regie Kai Grehn Komposition Tilman Fürstenau und Kai-Uwe Kohlschmidt Gesang Dagmar Manzel Produktion SWR / DLR 2008 Länge 84’

1950 machte sich Ingmar Bergman den finanziell dringend nötigen Jux, eine Filmfarce zu schreiben. Er sollte was Lustiges schreiben, und das tat er auch. Nur fand das außer ihm niemand lustig, und das Drehbuch wurde schnell und sehr zu unrecht vergessen. Es geht zurück ins Jahr 1891. Joakim Nakens ist der phantasiebegabte Schöpfer früher kinematographischer Bilder. Er filmte die ersten dramatisch schmachtenden Liebes- und Eifersuchtsfilme mit gehörnten Ehemännern, Liebhabern unterm Bett und blutrünstigen Rachetaten an untreuen Gattinnen. Doch die Realität sollte alle Kintoppschrecken übertrumpfen. In seinem Tagebuch beschreibt Joakim seine immer surrealer werdende Geschichte einer unentwirrbaren Vermischung von Fiktion, Leben und Traum. Er wird zum Regisseur seines eignen Untergangs und zum Erfinder seines zweiten Lebens. Als Ingmar Bergman das verspielte Drehbuch bei einer Sichtung alter Manuskripte Ende der neunziger Jahre wieder entdeckte, schrieb er: „Wie ich mir einbilden konnte, dass normal geartete Produzenten an meinem Fisch anbeißen würden, ist mir ein Rätsel. Versorgungsneurose, Verzweiflung und Magengeschwür haben eben ihre eigenen Gesetze. Und ihre eigene Verdunklung.“ Einen Film gibt es nach wie vor nicht, aber dafür die betörende akustische Farce, die nach 84 Minuten leider schon zu Ende ist. Mit Andreas Schmidt als Joakim, Dieter Mann als Ingmar Bergman, Dagmar Manzel als Ehefrau, Karina Plachetka als Susanne, Alexander Fehling als Fisch, Vincent Leittersdorf als Paul und vielen anderen.

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