23.05.2018 | Theater | Premiere
Die Gänsemagd
Premiere am Figurentheater Chemnitz
Eben noch sitzt die Prinzessin stolz auf dem sprechenden Pferd Falada. Das Schloss des Königssohns ist schon in der Ferne zu sehen. Sie hat Durst, aber die Kammerjungfrau lässt die empörte Prinzessin vom Pferd steigen, um eigenhändig aus dem Bach Wasser zu trinken. So wie sie und die Pferde es auch tun. Und als die drei Blutstropfen ihrer Mutter mit dem seidenen Tuch davon schwimmen, verliert die Prinzessin ihre Kraft und die Kammerjungfrau dreht den Spieß um. Sie gibt sich am Königshof als Prinzessin aus, wird den Prinzen heiraten und die Betrogene muss als Gänsemagd arbeiten. Niemandem darf sie etwas sagen oder sie ist des Todes. Aber Falada hat alles gesehen und gehört. Dafür muss er sterben. Sein Kopf mit der langen Mähne wird an den Torbogen genagelt, durch den die Gänsemagd jeden Tag mit ihren Gänsen aufs Feld zieht. „O du Falada, der du hangest“. Und der Pferdekopf antwortet: „O du Jungfer Königin, da du gangest …“ Und das wiederum hört der Gäsejunge Kürdchen, der mit der unheimlichen Beobachtung zum König läuft.

Die „Gänsemagd“ war 1989 eine der letzten in der DDR produzierten Schallplatten des Labels Litera. Pferd Falada sprach Otto Sander, die Kammerjungfrau Corinna Harfouch und die Prinzessin Catherine Stoyan. Regie führte Werner Buhss. Das Figurentheater Chemnitz entdeckte diese Märchenbearbeitung von Andrea Czesienski für die Bühne.