08.10.2018 | Theater
Werner Buhss ist tot
Trauer um einen großen Übersetzer und Schriftsteller
Bild: henschel SCHAUSPIEL
"O Gott, Horatio, welch verletzter Name / Lebt nach mir durch die Zeit, bleibt all das unerklärt. / Wenn du mich je in deinem Herzen hieltst, / Verzicht für lange Zeit aufs Glücklichsein, / Und atme unter Last die Luft der harschen Welt, / Mein Schicksal darzustelln. – Was für ein Kriegslärm." (Hamlet)

Am 7.10.2018 starb Werner Buhss. Er wurde 69 Jahre alt. Wir trauern um einen sprachmächtigen, originellen, streitbaren Autor und Übersetzer. Er übersetzte Werke von Shakespeare, Tschechow, Goldoni, Gorki, Ibsen u.a. Karin Beier inszenierte "Der Kaufmann von Venedig" am Schauspielhaus Hamburg, Barbara Frey nutzte seine Übersetzung von "Der Diener zweier Herren" am Schauspielhaus Zürich, András Dömötör inszenierte Gorkis "Die Letzten" in der buhssschen Fassung. Shakespeares "Wie es euch gefällt" kam in Wiesbaden auf die Bühne. Die Liste ist lang. Er hinterlässt zahlreiche Hörspiele und Theaterstücke. Sein Witz, seine gedankliche Schärfe, sein schier unendliches Wissen und seine Lebensfreude sind nun Erinnerung. Er war ein guter Trinker, er liebte Gespräche im Kneipendunst, konnte abenteuerlich gut kochen und er fuhr gerne ans Meer. Zuletzt lebte er in Berlin und auf Island. Adieu, Werner!

P.S. Am 12.10.2018 gibt es im Theater Magdeburg die Premiere "Tagebuch eines Wahnsinnigen" nach Gogol in der Übersetzung und Bearbeitung von Werner Buhss. Regie David Czesienski