19.11.2018 | Theater
NESTROY Preis für "Iwanow" (Regie Mateja Koležnik)
„Mateja ist eine Meisterin der Reduktion. Sie hat sich selbst so reduziert, dass sie heute nicht hier ist“, sagte Schauspieler Markus Hering bei der Preisverleihung.
Bild: Thomas Dashuber
Am Samstag, den 17.11.18, wurden zum 19. Mal in Wien die Nestroy-Preise vergeben.

In der Kategorie beste Bundesländerinszenierung gewann "Iwanow" (Koproduktion des Stadttheaters Klagenfurt mit den Vereinigten Bühnen Bozen) in der Regie von Mateja Koležnik.

Jurybegründung
Die meisten "Iwanow"-Inszenierungen bedeuten ein quälendes, mindestens dreistündiges Exerzitium in Lebensüberdruss, Depression und Langeweile, auch für die Zuschauer. Mateja Koležnik hat am Stadttheater Klagenfurt in Tschechows Drama endlich die Komödie entdeckt, als welche das Stück ursprünglich vom Autor auch konzipiert war. Die slowenische Regisseurin zeigte sich wieder als bewunderungswürdige Meisterin der Kunst, ein Stück auf das Wesentliche zu reduzieren und präsentierte eine famose Inszenierung, die mit schrägem Witz und Tempo zur Sache ging. In 100 Minuten war alles vorbei, hatte Markus Hering als Iwanov mit dem legendären Schuss seinem schrecklichen Leben ein Ende gemacht. Und gerade in dieser Verknappung gelangen der Regisseurin mit einem großartigen Ensemble essenzielle, schwarzhumorige, verstörende Bilder vom schiefgehenden Leben auf allen Ebenen.
(Lothar Lohs)