Die Aufgabe
1995 sprang ein Text aus der berühmten Schublade in die Ausgabe einer Literaturzeitschrift. Geschrieben in den sechziger Jahren, war, nach den Verboten von Hacks- und Müller-Stücken in der DDR, das Fragment in Vergessenheit geraten. (Der Autor, Regisseur der UA von Müllers DIE UMSIEDLERIN, war danach "zur Erziehung" im Bergbau.) Im Mittelpunkt der lakonischen Szenen steht der Bauleiter Bark, der mit seiner Brigade und den Leitungen in unlösbare Konflikte gerät, weil er die herrschende Doppelmoral aufdeckt und keinen Opportunismus duldet. Das Stück sollte auf Müllers Vorschlag hin "Der Bau" heißen. Tragelehn hat jetzt die Bühnenfassung ergänzt und einige Lücken geschlossen. Eine Art Rahmentext, fingiertes Zitat, lenkt die Geschichte ins Heute, Überschrift: DIE AUFGABE. "Ich muß zugeben, daß ich die Lektüre sehr skeptisch begonnen habe, verstaubte und vergilbte Blätter aus der Mottenkiste erwartend. Aber ich war ganz schnell gebannt von der Tiefenschärfe des historischen Blicks und von der zugespitzten, ganz antinaturalistischen Figurensprache. Tragelehn hält sich an die Shakespearesche Narrenkomödie und manchmal auch ans groteske Clownsspiel, aber er bleibt ganz ernsthaft und vermeidet alle Schwankeffekte." (Manfred Jäger, DeutschlandRadio)
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Besetzung
1D, 17H
Theater
URAUFFÜHRUNG
10.02.2018   AckerStadtPalast Berlin
R: Benjamin Zock