Haarmann
Spurlos verschwinden in einer deutschen Großstadt in den Jahren nach dem ersten Weltkrieg zahllose junge Männer. Die Wirtschaft liegt am Boden, Gerüchte haben Konjunktur. Dann häufen sich Knochenfunde. Aber trotz früher Indizien kommt es erst 1924 zur Verhaftung eines Verdächtigen: Fritz Haarmann, Fleischhändler und Polizeispitzel, eine Gestalt aus dem undurchsichtigen Bahnhofsmilieu, wird tagelang verhört, bis er eine Unzahl von Morden gesteht. Der stets solvente und einschlägig bekannte Haarmann hatte die Jungen in seine Dachkammer gelockt, ihnen dort früher oder später die Kehle durchgebissen und ihre Leichen säuberlich zerlegt. Marius von Mayenburg hat auf der Grundlage des authentischen Falls ein sprachlich konzentriertes Stück geschrieben. In den hart gegeneinander montierten Kurzszenen wird neben der zentralen Figur des Fritz Haarmann ein soziales Umfeld lebendig, das in seiner durch geschäftige Verdrängung, Autoritätsdenken und Ignoranz geprägten Normalität die Bedingungen erhält für ein jahrelanges Menschenschlachten. Aus den Szenenfragmenten formt sich das Bild einer teilnahmslosen Stadt. Und bis zu seiner Hinrichtung wird Haarmann um ein Bekenntnis seines Geliebten Hans Grans kämpfen, der ihn verrät, um seinen eigenen Hals zu retten.
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Besetzung
5D, 8H
Übersetzungen
Belgisch von ?: Haarmann
Französisch von Laurent Muhleisen
Französisch von Françoise Delrue: Haarmann
Slowakisch von Roman Olekšák: Haarmann
Tschechisch von Jaroslav A. Haidler : Haarmann
Theater
URAUFFÜHRUNG
27.01.1999   Deutsches Theater, Berlin (Hörspiel)
URAUFFÜHRUNG
24.02.2001   Schauspiel Hannover
R: Michael Talke