Die Festung
Nach Motiven des Romans "Die Tatarenwüste" von Dino Buzzati
Die Festung Bastiani, an der Nordgrenze eines unbenannten Landes zur Wüste hin gelegen, schützt vor den Horden der Tataren, die noch nie jemand zu Gesicht bekommen hat. Der junge Leutnant Drogo will seinen Pflichtdienst dort ableisten und so schnell wie möglich zurück ins Leben kehren. Während seiner kafkaesken Dienstzeit erfährt er von den Motivationen der Offiziere, auf der Festung zu verharren. Jahrzehntelang, lebenslang. Sie sind gefangene Strategen der Festungsideologie geworden. Ihre Anwesenheit rechtfertigt die Existenz der Festung. Dass die Tataren noch nie auftauchten, bedeutet nicht, dass es diese Gefahr deshalb nicht gäbe. Und einer muss sie ja beschützen, die Lieben in der Stadt, die sie nicht mehr kennen. Nur einer, der intelligente Offizier Pietro Angustino, will die Sinnlosigkeit demonstrieren und verläßt die Festung, ohne das neue Losungswort zu kennen. Drogo hält in dieser Nacht Wache und wird seinen aus der Wüste zurückkehrenden Freund erschießen müssen. Ein brisantes, berührendes Stück, das nachfragt, wie Feindbilder entstehen, wie Selbstbetrug funktioniert, wie Attentäter installiert werden.

Mit so großartigen Schauspielern besetzt wie Sylvester Groth, Henry Hübchen, Ulrich Mühe, Hermann Beyer u.a.
Hörspiel
URSENDUNG
Rundfunk der DDR 1984
R: Götz Fritsch
54:30 min