Eisenzeit
1991
Bild zum Werk Bild: Thomas Heise
Bereits während seiner Zeit als Regiestudent in Potsdam-Babelsberg plant Thomas Heise ein Gruppenporträt über Jugendliche in Eisenhüttenstadt, der "ersten sozialistischen Stadt der DDR", die als "Stalinstadt" Anfang der 1950er Jahre aus dem Boden gestampft wurde. Das Projekt wird noch im Recherchestadium auf Veranlassung der HFF und des Ministeriums des Innern abgebrochen. Als der Regisseur zehn Jahre später endlich in seinem Beruf arbeiten kann und sich erneut dem alten Vorhaben zuwendet, sind nur noch zwei der ursprünglich vier Gesprächspartner am Leben.
Mit seiner Dokumentation geht Heise den Spuren der Verstorbenen nach, entwirft ein ernüchterndes Bild verkommener Utopien und abgebrochener Lebensentwürfe. "Der Film steigert sich zur Anklage, aber er enthüllt auch menschliche Seinsschichten, die betroffen stimmen. Thomas Heise blickt im Zorn als Betroffener zurück. Sein nervöser Stil, der von viel innerem Beteiligtsein zeugt, bezieht den Zuschauer in die Wahrheitssuche ein. 'Eisenzeit' reflektiert auch die Schwierigkeiten des Filmemachers, sich frei zu strecken und an Stelle der verlogenen Projektionen der Propaganda, die zitiert werden, die wirklichen Fakten festzuhalten. Wie zum Trost ertönen die traurigen Lieder Neil Youngs, die einer der Toten so liebte." (Hans-Jörg Rother: Film und Fernsehen, 1/1992)
Drehbuch
Thomas Heise↗
Regie
Thomas Heise↗
Produzent
DEFA-Studio für Dokumentarfilme GmbH
Auszeichnungen
Förderpreis
1991 DOK Leipzig
Förderpreis
1992 DokumentArt Neubrandenburg
Film
URAUFFÜHRUNG
24.11.1991   Leipzig, Internationales Festival für Dokumentar- und Animationsfilm
89 min
ERSTAUSSTRAHLUNG
24.11.1991   NDR 3
einteilige TV-Fassung
ERSTAUSSTRAHLUNG
01.12.1991   MDR 3
zweiteilige TV-Fassung