Das Haus 1984
1984
Bild zum Werk Bild: Thomas Heise
"1984 im Berolinahaus auf dem Alexanderplatz, Sitz des Bezirksamtes von Berlin-Mitte. Jeden Dienstag und Donnerstag dürfen Bürger ohne Termin vorstellig werden, um ihre Sorgen und Nöte zu artikulieren; im Wohnungsamt, bei der Sozialfürsorge oder der Jugendhilfe. In jeder der mit einem Paternoster verbundenen Etage die gleiche Konstellation: plastische Schilderungen von Ausnahmesituationen hier, schulterzuckendes Verweisen auf eingeschränkte Kapazitäten da. Als die Auftraggeber des Films das Material sahen, ließen sie es denn auch stillschweigend in geduldigen Bunkern versenken. Wenigstens wurde es nicht vernichtet." (Claus Löser, taz, 20.11.2001) Das Haus ist neben "Volkspolizei - 1985" der zweite Beitrag von Thomas Heise für die "Staatliche Filmdokumentation der DDR", der ebenfalls nicht für öffentliche Vorführungen vorgesehen war. Ohne zusätzliches Licht, mit rudimentärer Ton- und Bildtechnik in Schwarzweiß aufgenommen, wirken die Aufnahmen aus dem Inneren des DDR-Verwaltungsapparates heute ernüchternd - und leben doch gleichzeitig von einer merkwürdigen Poesie der Vergeblichkeit. Durch knappe Zwischentitel baut Heise eine zusätzliche Ebene ein, schafft eine kontrapunktische Struktur im durchaus Brechtschen Sinne.

Länge: 56 min
Drehbuch
Thomas Heise↗
Regie
Thomas Heise↗
Produzent
Staatliche Filmdokumentation beim Staatlichen Filmarchiv der DDR
Film