Volkspolizei 1985
1985
Bild zum Werk Bild: Thomas Heise
1985 für die "Staatliche Filmdokumentation der DDR" auf 16mm-Negativmaterial gedreht, verschwand dieser Film für nahezu zwanzig Jahre im Keller. Mit fast provisorischen technischen Mitteln und extrem niedrigem Drehverhältnis dokumentieren Thomas Heise und sein Kameramann Peter Badel das Dienstgeschehen einer Ost-Berliner Polizeiwache in unmittelbarer Nähe zum "antifaschistischen Schutzwall". "’Arme Schweine’, denkt sich der Zuschauer angesichts lärmender Hinterhofbesäufnisse, die zu schlichten sind, doch die Anwandlungen von Mitgefühl mit den Ordnungshütern schwinden bald, wenn die Polizisten vom 'Dienst an der Nahtstelle zum Imperialismus’ sprechen und davon, dass sie für diesen Dienst mit 'Vierraumwohnungen’ belohnt wurden." (Anke Westphal: Berliner Zeitung 13.12.2001) Volkspolizei 1985 erweist sich als beklemmende Vivisektion des ideologisch dominierten Alltags in der DDR, stellt gleichzeitig eine wichtige ethnologische Grundlagenarbeit dar. Gerade seine formale Schnörkellosigkeit und der gnadenlose Blick machen den Film zum bleibenden Dokument untergegangener Wirklichkeit.
Drehbuch
Thomas Heise↗
Regie
Thomas Heise↗
Produzent
Staatliche Filmdokumentation beim Staatlichen Filmarchiv der DDR
Film
URAUFFÜHRUNG
21.11.2001   Filmkunsthaus Babylon
60 min