Neustadt (Stau - Der Stand der Dinge)
2000
Bild zum Werk Bild: Thomas Heise
"Lebensgeschichten aus Neustadt. Leben auf schmalem Grat. Sehnsüchtig nach Liebe. Nie klappt das Leben ganz und ist immer anders als vorgestellt. Wie sieht die Normalität aus und was schlummert unter der Decke, erschöpft von den Konflikten des Alltags? Eine Beobachtung in Deutschland zur Jahrhundertwende." (Thomas Heise) Was der Regisseur in knappen Worten beschreibt, ist mehr als die bloße Fortsetzung des einst spektakulär umstrittenen Films 'Stau - Jetzt geht’s los' (1992): Acht Jahre nach der ersten Begegnung mit den sich selbst als "rechts" beschreibenden Jugendlichen, stellt sich die Lage in Halle-Neustadt trostloser denn je dar. Im sich langsam entvölkernden Neubaugebiet grassieren Arbeitslosigkeit, Alkoholismus und allgemeiner sozialer wie baulicher Verfall - Intoleranz und der Wunsch nach einfachen Antworten auf das Dilemma sind hingegen allgegenwärtig. "Wer nichts hat, nichts eigenständig hinbekommt, klammert sich ans Deutschsein." (Thomas Heise im Gespräch mit Stefan Reinecke: Der Tagesspiegel, 6.12.2000) "Der Film bewegt sich weit entfernt von medialem Elends-Voyeurismus, seine Konsequenz, mit der verdrängte Wirklichkeitsbereiche ihre Vivisektion erfahren, kann nicht hoch genug geschätzt werden. Herausragend!" (TIP-Magazin, 7/2000)
Drehbuch
Thomas Heise↗
Regie
Thomas Heise↗
Produzent
ö-Filmproduktion
Auszeichnungen
Bester Dokumentarfilm
2000 Preis der deutschen Fernsehkritik
Film
URAUFFÜHRUNG
18.02.2000   Berlin, IFF-Forum
90 min
ERSTAUSSTRAHLUNG
06.12.2000   MDR