Germania Tod in Berlin
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Heiner Müller interessierte sich zeitlebens „für die Lücken im Mythos der Deutschen, die noch nicht durch Taten hoffnungslos verstopft sind“. Mit „Germania. Tod in Berlin“ hat er einen Bilderbogen zur deutschen Geschichte in dreizehn Szenen geschaffen, der konkrete historische Ereignisse in der DDR, wie den Volksaufstand am 17. Juni 1953, neben mythische Sagen, phantastische Parodien und anachronistische Begegnungen setzt. Müllers Stück wehrt sich gegen einfache Antworten und die vermeintlich historische Logik der Geschichtsschreibung. Es eröffnet dem Publikum durch Groteske und Übertreibung, Ironie und Verfremdung die Möglichkeit, selbst Fragen an Text und Handlung zu stellen und einen neuen Blick auf die eigene und doch fremde Geschichte zu werfen. Von der Varus-Schlacht im Teutoburger Wald im Jahre 9 n. Chr. bis in die Zeit vorm Mauerbau spannt sich Müllers zwischen 1956 und 1971 entstandenes, unbequemes Stück zur deutschen Geschichte. Konflikte ohne Lösungen, Clowns, die nicht lachen, ein schwangerer Joseph Goebbels, Napoleon und Cäsar im Kessel von Stalingrad. Heiner Müllers Collage ist eine Zumutung und sollte es auch immer sein.
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Besetzung
5 Darsteller, Besetzung variabel
Übersetzungen
Englisch (US) von Carl Weber: Germania Death in Berlin
Französisch von Jean Jourdheuil und Heinz Schwarzinger: Germania Mort à Berlin
Italienisch von Elisabetta Niccolini: Germania morte a Berlino
Mazedonisch von Elizabeta Lindner: Германија смрт во Берлин
Niederländisch von Marcel Otten: Germania Dood in Berlijn
Spanisch von Jorge Riechmann: Germania muerte en Berlín
Türkisch von Zehra Aksu Yılmazer : Germania Berlin’de ölüm
Theater
URAUFFÜHRUNG
20.04.1978   Münchner Kammerspiele
R: Ernst Wendt
DDR-ERSTAUFFÜHRUNG
20.01.1989   Berliner Ensemble
R: Fritz Marquardt