Prinzessin Wachtelei mit dem goldenen Herzen
Ein Märchenspiel
Sie sieht aus wie ein Wachtelei und ist eine Prinzessin. Sie hat einen Vater, der ist König und wohnt in einem Schloß. Das Schloß steht auf einer Wiese, durch die fließt ein Fluß. Am anderen Ufer sitzt ein Trommler und ärgert Prinzessin Wachtelei. Aber das kratzt sie nicht, denn sie hat einen goldenen Wagen, der sieht aus wie ein Herz, hat eine Tür zum Öffnen und Gummireifen, damit es nicht quietscht. Wundervolle Sachen hat sie in ihrem Wagen - Hundezähne, eine Bommel, hundert Stöcke (ganz wichtig!), ein Knie vom Wasserrohr und auch ein winziges Bild von Papa König. So spielt sie, läßt den Trommler trommeln und den Papa meckern, bis ein kleines dickes Tier ihre ganze Aufmerksamkeit verlangt. In ihrem goldenen Herzwagen pflegt und füttert sie es, bis das Tier immer fetter wird. Bald droht der Wagen zu platzen, und aus dem kleinen Liebling ist ein stattliches Flußpferd geworden. Das gehört in den Fluß, doch Prinzessin Wachtelei mag sich nicht trennen... Albert Wendt schrieb eine Geschichte über leere und pralle Herzen. Kunstvoll gereimt geht es um eine Kinderliebe, die sich im Spielen verändert, die plötzlich andere, neue Töne wahrnimmt. Das Liebste bisher wird dem Wasser übergeben, aber das Trommeln des Jungen auf der anderen Seite wird auf einmal Musik. Es ist ein Märchen vom Größer- und Klügerwerden. Vom Spielen und Lieben und Kümmern.
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Besetzung
1D, ad libitum 1 Mitspieler
Übersetzungen
Französisch von Julien Usseglio und Anna Maceda: Princesse Oeuf de Caille
Theater
URAUFFÜHRUNG
Theater Grashüpfer, Berlin
R: Sabine Steglich
März 2003