Pinienkerne wachsen nicht in Tüten
Im Paradiesgarten ist es noch leer. Der kleine Herr Grand erdenkt sich seine Welt. Was ist am stärksten: die Ameise, die Sonne oder ein Pinienkern? Vor lauter Grübelei guckt Herr Grand Löcher aus der Luft, die sich zu blauen Häufchen türmen. Vielleicht ist ja ein Bär am stärksten? Kaum gedacht, erscheint der Bär. Und er ist so wütig stark, daß er aus dem einzigen Pinienbaum Kleinholz macht. Pinienkerne gibts doch in Tüten, denkt der Bär und trottet zum Kaufmannsladen, den sich Herr Grand für sein gut funktionierendes Paradies auch schon ausgedacht hat. Aber wo soll der Kaufmann, ein Kerl, so ängstlich, listig wie bärenschmackhaft zugleich, Nachschub in die Tüten holen, wenn es den Baum nicht mehr gibt. Grands Schöpfung entwickelt ein Eigenleben, das bald außer Rand und Band gerät. Alles mögliche und unmögliche muß geschehn und viel dünnbeinige Zeit vergehn, bis der Bär begreift, daß seine Lieblingsspeise nicht in den Tüten des Kaufmanns wächst. Auf wundersam verzaubernde und lustige Weise entwickelt Paula Fünfeck eine Geschichte von Kreisläufen und Zeitläufen. Naiv und absolut logisch ergibt sich eins aus dem anderen. Mit poetisch konzentrierter, rhythmischer Sprache werden Natur- und Gesellschaftszusammenhänge plastisch, die undidaktisch vermitteln, welche Verantwortung und Liebe notwendig ist, um das komplexe Gefüge Welt zu erhalten.
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Komposition
Mark Moebius↗
Besetzung
5 Darsteller, Besetzung variabel
Theater
URAUFFÜHRUNG
30.06.2008   Theater Osnabrück
R: Rosmarie Vogtenhuber