Herakles 5
„HERAKLES 5 enthält im Titel den Hinweis auf die fünfte Arbeit des Herakles, die Säuberung des Stalles des Augias. Herakles verliert ebenso wie (Heiner Müllers) Philoktet alles Heroische. War es aber bei dem griechischen König die Folge einer während des Kriegszuges erhaltenen Verletzung, die ihn für den Kampf unbrauchbar machte und durch die er seiner Heldenhaftigkeit verlustig ging, so ist es bei Herakles der Ersatz des Heroischen durch das Menschlich-Sinnliche. Das wird bereits am Beginn des Werkes in der Beschreibung des Herakles deutlich: „Schlafender Herakles, zwischen Rinderskeletten, eines in der Hand, schnarcht.“ Müller geht es nicht um die Fiktion der Taten des Herkules, sondern um die Tatsache, dass diese Taten Arbeit waren. Das mythische Geschehen um Herkules wird auf Arbeit zurückgeführt und erscheint dadurch als historischer Vorgang, wird historisch beschreibbar. Die Arbeit wird als Existenzgrundlage für den Menschen herausgearbeitet. Herakles ist eine jener Gestalten, denen wegen ihrer Bereitschaft zur Arbeit die Sympathie Heiner Müllers gehört.“
(Rüdiger Bernhardt, Weimarer Beiträge)
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Besetzung
5H
Übersetzungen
Bulgarisch von Ivan Stanev: Cherakl 5
Französisch von Jean Jourdheuil und Heinz Schwarzinger: Héraclès 5
Niederländisch von Marcel Otten
Theater
URAUFFÜHRUNG
09.06.1974   Schiller-Theater, Westberlin, in Verbindung mit dem Zwischenspiel "Prometheus", "Hydra" aus ZEMENT
R: Ernst Wendt
DDR-ERSTAUFFÜHRUNG
25.09.1974   Volksbühne Berlin
R: Thomas Vallentin