Der Horatier
„Der Revolutionär, der zum Feind der Revolution wird; der Kriegs-Held, der Volks-Held, der zum Fein des Volkes wird: In HORATIER wird eine ‚Maßnahme‘ durchgespielt - die gleichzeitige Ehrung und Bestrafung des Mannes, der in einer Person Held und Mörder ist. Der Horatier, dessen Schwert den Feind besiegt hat, aber auch: einen Menschen ohne Notwendigkeit getötet - er wird gefeiert und verurteilt, sein Haupt wird bekränzt du abgeschlagen. Verdienst und Schuld wohnen in einem Manne beieinander. Die Wahrheit, die Realität - sie sind unrein. Und die Wahrheit gebietet, beides zu gleicher Zeit zu sehen und zu nennen: Verdienst und Schuld; nicht eines zu verschweigen, oder zu verschiedener Zeit das eine und das andere zu nennen. Der Horatier, Einzelkämpfer zunächst für die Gesellschaft, ist zu ihrem Feind geworden, als er ohne ihr Einverständnis weiterkämpfte. Sie nennt das: zu seinem eigenen Feind.“
(Ernst Wendt, 1973, Programmheft zur Uraufführung)
Leseprobe [PDF]     Bestellen [PDF]
Besetzung
5 Darsteller, Besetzung variabel
Übersetzungen
Bulgarisch von Ivan Stanev: Chorazija
Englisch von Nathaniel McBride und VON UNS VERTRETEN: The Horatian
Englisch (US) von Carl Weber: The Horatian
Französisch von Jean Jourdheuil und Heinz Schwarzinger: Horace
Griechisch von Eleni Varopoulou: Ο ΟΡΑΤΙΟΣ
Italienisch von Saverio Vertone und Mario Missiroli: L'Orazio
Niederländisch von Marcel Otten: De Horatiër
Portugiesisch von Ingrid D. Koudela
Ungarisch von Dezsö Tandori: A Horatius
Theater
URAUFFÜHRUNG
04.03.1973   Schiller-Theater, Westberlin
R: Hans Lietzau
BRD-ERSTAUFFÜHRUNG
07.04.1974   Deutsches Theater Göttingen
R: Erich Röder
DDR-ERSTAUFFÜHRUNG
29.01.1988   Deutsches Theater Berlin (zusammen mit DER LOHNDRÜCKER und WOLOKOLAMSKER CHAUSSEE IV)
R: Heiner Müller
ÖSTERREICHISCHE ERSTAUFFÜHRUNG
12.09.1996   Theater Pandora, Innsbruck
R: Andreas Pronegg