Tagebuch eines Wahnsinnigen
von Nikolai Gogol
(Originaltitel im Russischen: „Sapiski Sumasschedschego“)
Aksenti Iwanow Propristschin ist Mitarbeiter in einem Ministerium. Er ist der, den alle übersehen, einer der sich krumm macht und wund läuft, ohne dass es jemanden schert. Er funktioniert wie ein Bleistiftanspitzer. Jeden Tag vor akkuratem Arbeitsantritt liest er die sonderbaren Sprüche, die ihm sein Abrisskalender in der Mietwohnung anzeigt. Neue Spuren tun sich auf. Sein Selbsthass beginnt sich zu relativieren. Er bemerkt Blicke der Tochter des Regierungsbeamten, er vernimmt Stimmen, die aus Hundemäulern kommen und ihm Perspektiven verheißen. Er schält sich wie eine Made aus seinem Kokon und beginnt zu flattern; in die lichte Welt, in den Ruhm, hinein in die vermauerten Wände einer Anstalt. Erst hier, im Grauen der geschlossenen Psychiatrie wird er ausleben was er insgeheim immer war: der König von Spanien. Die einsamen, schmerzhaft komischen Bekenntnisse dieser Beamtenseele sind in der Spielfassung von Werner Buhss von bleibender satirischer Schärfe. Sie ist zugleich auch die dramatische Erfolgsgeschichte einer Befreiung aus dem Wahnsinn der Welt.
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Übersetzung
Werner Buhss↗
Besetzung
1H
Theater
DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG
22.06.1987   Theater der Stadt Schwedt
R: Sven Schlötcke