Das Archimedische Prinzip
(Originaltitel im Katalanischen: „El Principi d'Arquimedes“)
"Die Auftriebskraft eines Körpers in einem Medium ist genauso groß, wie die Gewichtskraft des vom Körper verdrängten Mediums."
Jordi, ein unbeschwerter junger Mann Ende 20, ist Schwimmlehrer und unterrichtet Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren. Er ist mit sich selbst, seinem Beruf und der Welt im Reinen, bis eines Tages die Garderobe des Schwimmbades erst zum Verhörraum, dann zum Gefängnis für Jordi wird. Ein Vater beschwert sich bei Anna, der Bademeisterin, dass ein Mädchen aus der Gruppe beobachtet hätte, wie Jordi einen Jungen auf den Mund geküsst hat; nun macht sich der Mann Sorgen um seinen Sohn. Noch bevor Anna mit Jordi darüber sprechen und sich zu dem Vorwurf verhalten kann, kursiert die Nachricht innerhalb der Eltern-Facebookgruppe, und was erst nur ein Gerücht war, wird zur unumstößlichen Wahrheit. Anna und Jordis Kollege Hektor sind ebenso verunsichert wie er selbst, niemand scheint mehr zu wissen, wem er vertrauen kann. Nur die Eltern haben sich entschieden und sich zu einem wütenden Mob zusammengerottet, der die Schwimmhalle zu stürmen droht.
In Josep Maria Miró i Corominas „Das Archimedische Prinzip“ verdrängt das fanatische Bedürfnis nach Sicherheit die Freiheit. In den sich überlappenden, verschiebenden, wiederholenden Szenen und der verknappten Sprache spiegelt sich die drückende Atmosphäre der Unsicherheit und des Misstrauens, ja der Panik wieder. So verschafft sich die Angst Platz auf Kosten des Vertrauens, und die Verhältnisse werden innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde auf den Kopf gestellt.
„Das Archimedische Prinzip“ wurde 2011 mit dem Premi Born ausgezeichnet und kam 2012 in der Sala Beckett, Barcelona in der Regie von Miró i Coromina zur Uraufführung.
"Haben Sie Kinder? Wohl nicht. Deshalb können Sie uns auch nicht verstehen."
Theater
DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG
21.01.2015   Zimmertheater Tübingen
R: Michael Hanisch