Gotthard
2016
Teil 1
Göschenen, Schweiz, 1872: Der Bau des Gotthardtunnels beginnt. Von überall aus Europa kommen Menschen, die nach Arbeit suchen und im Bauvorhaben eine mögliche berufliche Chance für die nächsten Jahre sehen. Unter den Begeisterten sind Max (Maxim Mehmet), der angehende Ingenieur aus Deutschland, und Tommaso (Pasquale Aleardi), der stolze Mineur aus dem Piemont. Die beiden jungen Männer streiten sich um das letzte Logierbett auf dem Hof der Fuhrmannstochter Anna (Miriam Stein). Schließlich teilen sie es sich aus finanziellen Gründen. Nicht nur die knochenharte Arbeit schweißt Max und Tommaso zusammen, sondern auch ihre Freundschaft mit der zupackenden Anna. Während der charismatische Unternehmer und Visionär Louis Favre (Carlos Leal) gegenüber dem Schweizer Bundesrat wie auch den europäischen Investoren behauptet, die Bauarbeiten liefen nach Plan, kommt es im Tunnel immer wieder zu Rückschlägen. Der harte Granit zerstört die Bohrer, weiche Gesteinspartien lassen Teile des Stollens einstürzen. Die ersten Toten sind zu beklagen. Als sich der wütende Tommaso gegen die schlechte Behandlung durch das Unternehmen Louis Favres wehrt, wird er entlassen. Ohne Arbeit droht Tommaso die Abschiebung. Max hingegen kommt seinem Traum, ein großer Ingenieur zu werden, näher: Favre schickt ihn in die Zentrale nach Luzern, wo er seine Ideen umsetzen soll. Anna, von Max' Abschied verletzt, macht Tommaso einen Heiratsantrag: So könnte der in Göschenen bleiben und sie hätte den "Geschlechtervormund", den sie als Frau braucht, um ein Logierhaus zu bauen und ein Gewerbe zu führen.

Teil 2
Im Gepäck hat Max "Favre-Franken". Die müssen von den Arbeitern und dem Gewerbe gutgeheißen werden, sonst ist der Tunnelbau am Ende. Es ist eine Reise mit gemischten Gefühlen. Wie wird es sein, Anna und Tommaso nach so vielen Jahren wieder zu begegnen? Es gelingt ihm zwar, die Leute vom neuen Zahlungsmittel zu überzeugen, aber die Zustände, die er an der Baustelle vorfindet, sind verheerend. Es werden immer mehr Tote aus dem Tunnel getragen. Die Luft tief im Berg ist vom Dampf der Lokomotiven so verschmutzt, dass das Atmen für die Arbeiter fast unmöglich geworden ist. Die Missstände werden von einer Widerstandsgruppe mit Flugblättern bekämpft. Max entdeckt, dass Tommaso, der mittlerweile mit Anna eine kleine Tochter hat, der Kopf der Rebellen ist. Das Band, das Anna, Tommaso und Max zusammengehalten hat, droht zu reißen, als Tommaso von Max Unterstützung für seinen Kampf fordert und Anna und Max ihre Gefühle zueinander wieder entdecken.
Es kommt zum Streik, bei dem sich Max und Tommaso als Gegner gegenüberstehen. Trotz aller Schlichtungsversuche durch Max wird der Aufruhr blutig beendet. Tommaso überlebt, aber es bleibt ihm nur die Flucht. Anna wirft Max vor, die bewaffnete Bürgerwehr geholt zu haben und für die Toten verantwortlich zu sein. Sie will nichts mehr mit ihm zu tun haben. Als Favre auch noch stirbt und Max entdeckt, dass sich im Dorf wegen der katastrophalen hygienischen Bedingungen eine Seuche ausbreitet, muss er sich entscheiden. Ist er bereit, über alle Missstände hinwegzusehen, nur damit der Tunnel fertig wird?
(Quelle: ZDF.de)
Regie
Urs Egger↗
Produzent
Zodiac Pictures
Film
SCHWEIZER ERSTAUFFÜHRUNG
11.12.2016   SRF 1 (Teil 1)
SCHWEIZER ERSTAUFFÜHRUNG
12.12.2016   SRF 1 (Teil 2)
ÖSTERREICHISCHE ERSTAUFFÜHRUNG
19.12.2016   ORF 2 (Teil 1)
DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG
19.12.2016   ZDF (Teil 1)
90 min
ÖSTERREICHISCHE ERSTAUFFÜHRUNG
21.12.2016   ORF 2 (Teil 2)
DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG
21.12.2016   ZDF (Teil 2)
90 min