Alter Mann und Jungfrau
Es ist kein ungewöhnliches Hobby, dem der alte Mann regelmäßig nachgeht. Auf einer Bank im Stadtpark liest er stapelweise Zeitungen, vornehmlich die Todesanzeigen. Leiser Neid begleitet die Lektüre, wenn einer der Verstorbenen älter wurde, als er es jetzt ist und stilles Vergnügen, wenn er den Betrauerten schon deutlich überlebt hat. Als eines Tages eine junge Frau neben ihm Platz nimmt, kommt sein prekäres Gleichgewicht in Gefahr.
Lakonische Erzählpassagen und Dialogszenen führen abwechselnd durch die inneren Turbulenzen des alten Mannes. Schon beim Gedanken an einen gemeinsamen Urlaub, den sie in einem Preisausschreiben gewonnen hat, verbringt er seine Nächte vor dem nächsten Stelldichein schlaflos und muss beim Totengräber des benachbarten Friedhofs um Rat fragen.

„Alter Mann und Jungfrau“ spielt mit dem Erzählton von Märchen, mit der scheinbaren Einfachheit von Parabeln und dem Motiv vom Tod und dem Mädchen. Es ist auch ein Stück über das Älterwerden und das Gefühl des Dejà-vu: Denn die Parkbank-Bekanntschaft heißt Auguste Victoria und der alte Mann Max Gericke.
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Besetzung
1D, 2H
Theater
Frei zur UA