Sonnenlinie
(Originaltitel im Russischen: „Solnetschnaja linija“)
Es ist seit Stunden fünf Uhr in der Früh und Barbara und Werner, seit sieben Jahren verheiratet, sitzen in der Küche und streiten. Bald haben sie den Kredit für ihr Haus abbezahlt. Grund genug, sich Gedanken über ein Kind zu machen, aber statt zu feiern vernichten sie sich, werfen sich vor, unaufmerksam zu sein, nicht zuzuhören, den anderen nur halbherzig zu lieben und sogar seit Jahren zu hassen. Sie können sich aber weder trennen noch verstehen. Sie versuchen, eine magische Sonnenlinie zu überschreiten, indem sie sich genussvoll verletzen oder sich als imaginäre Fremde küssen. Erst in diesem Spiel der Verfremdung, der imaginierten Loslösung vom eigenen Ich gelingt ihnen das angestrebte „positive Ergebnis“.
Für Wyrypajew ist sein Stück vor allem eine Versuchsaufstellung, eine einzige Metapher darauf, dass die Menschen den Kontakt zu sich selbst verloren haben und daher weder das eigene Leben und die eigenen Bedürfnisse kennen, noch in der Lage sind, anderen wirklich nahe zu sein.
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Übersetzung
Stefan Schmidtke↗
Besetzung
1D, 1H
Übersetzungen
Französisch von Tania Moguilevskaia und Gilles Morel: LA LIGNE SOLAIRE
Litauisch von Vesta Šumilovaitė und Justas Tertelis: Saulėtoji linija
Theater
URAUFFÜHRUNG
14.10.2016   Theatr Polonia, Warschau
R: Iwan Wyrypajew
SCHWEIZER ERSTAUFFÜHRUNG
20.01.2018   Theater an der Winkelwiese
R: Manuel Bürgin
ÖSTERREICHISCHE ERSTAUFFÜHRUNG
12.07.2018   TURBOtheater Villach
R: Stefan Ebner