Hoppla, wir leben
2019
Die Regisseurin Katrin Plötner inszenierte am Nationaltheater Mannheim Ernst Tollers "Hoppla, wir leben".

Die Presse schreibt:

»“Hoppla, wir leben!“ ist kein überragender Theatertext […] Aber Katrin Plötner inszeniert den wiederum durchaus zeitlosen – satirisch-abgründigen Wahnwitz, der ihm innewohnt, mit großer stilistischer Sicherheit und unter effektvollem Einsatz der gewählten theatralischen Mittel: Ergreifendes dramatisches Spiel steht hier neben schrillen Slapstick-Momenten und skurrilen Choreografien […] Hierbei steht ihr ein schlichtweg hervorragendes Ensemble zur Verfügung.« (Mannheimer Morgen, 29.4.2019)

»Ernst Tollers "Hoppla, wir leben!", 1927 ein knallheißes Gegenwartsstück, bietet auch heute Gelegenheit, den eigenen Standpunkt zu überprüfen. [...] wo Katrin Plötner einen sicheren und effektvollen Zugriff findet: so nah am Text, wie man es einem nicht oft inszenierten Stück wünscht, so unterhaltsam und böse, wie es einer "politischen Revue" ansteht. Geschickt wechseln die Mitspielenden zwischen der in diesem Zusammenhang bezarren Bewegungssprache des Showbiz (Choreografie: Michael Bronczkowski) und intensiven neusachlichen Szenen.» (Frankfurter Rundschau, 4.5.2019)

»Erfreulich frei von unnötigem Aktualisierungskrampf hat die junge Regisseurin Katrin Plötner Bezüge zur Gegenwart in ihrer höchst effektvollen Inszenierung aufgezeigt. […] Schon das Bühnenbild macht mächtig Eindruck: Das in zwei Hälften gespaltene Monumentalgemälde der geharnischten „Germania“ von Friedrich August von Kaulbach rahmt den eisernen Käfig am Ende einer steil nach oben führenden Leitertreppe ein. […] Arash Nayebbandi liefert in der Verkörperung des sozialistischen Umstürzlers eine schauspielerische Meisterleistung. Überzeugend auch Martin Weigel als eitler Emporkömmling Kilman […] Glänzend: Die von Michael Bronczkowski choreografierten Tanzszenen, gruselige Abbilder eines auf Gleichförmigkeit programmierten Menschen-Kollektivs.« (Rhein-Neckar-Zeitung, 30.4.2019)

»Am stärksten ist die Inszenierung in den Momenten, wo der hektische Bühnenbetrieb zur Ruhe kommt und einzelne Figuren wie in Großaufnahme in den Fokus gerückt werden. Da zeichnet Franziska Beyer in fast regloser Nüchternheit eine starke Frau, die in einer selbstzerstörerischen Männerwelt auf ihrem eigenen Weg besteht. Und Arash Nayebbandi als Karl Thomas darf hier ganz wunderbar kleinlaut an der Emanzipation verzweifeln. Martin Weigel spielt den Minister als flauschigen Opportunisten mit übergroßem Anzug und entschuldigender Was-kann-man-da-machen-Geste.« (Die Rheinpfalz, 29.4.2019)


Premiere am 27.04.2019
Die Wiederaufnahme ist für den 12.10.2019 geplant.
Theater
PREMIERE
27.04.2019   Nationaltheater Mannheim
R: Katrin Plötner