Russian Boy
(Originaltitel: Rodnoj)
Ein Stück über geplatzte Träume, die Unmöglichkeit des Glücks in einer Gesellschaft, die Anderslebende und –liebende nicht akzeptiert.
Artjom wächst auf dem Dorf auf, hat eine unbeschwerte Kindheit und große Träume: Er möchte nach Moskau gehen und dort ein Star werden. Mit 18 Jahren bewirbt er sich an der Schauspielschule, wird angenommen und beginnt, an seiner Karriere zu basteln. Hilfreich entpuppt sich die Beziehung zu Mischa, einem gutaussehenden Mann mit Geld und Kontakten ins Showbusiness. Sie lernen sich in einer Gay-Sauna kennen, wo Artjom an der Kasse jobbt. Im Gegensatz zu Mischa hat Artjom keine Probleme mit seiner Homosexualität. Er lebt sie aus, fühlt sich wohl in der Glitzerwelt der Clubszene, genießt ungehemmtes Shopping und Konzerte mit russischen Megastars. Doch die Liebe der beiden hat keine Chance – zu groß ist Mischas Zerrissenheit, sein tief sitzender Selbsthass. Er kommt nicht an gegen das in Russland vorherrschende konventionelle Männerbild. Zwar verlässt er seine Frau, um mit Artjom zu leben, doch schon bald scheitert dieser Versuch und er kehrt zurück in sein altes Leben. Artjom verkraftet die Trennung nicht, treibt ziellos durch Moskau, prostituiert sich, stürzt ab, findet am Ende aber wieder zu sich.
Eine scheinbar simple Geschichte, die nichts Reißerisches an sich hat, aber gerade dadurch besonders tragisch wirkt. Das Stück ist stilistisch sehr facettenreich, es ist leicht, mit großer Liebe zu den Figuren erzählt, hat lakonischen Witz, ist modern ohne trashig oder klischeehaft zu sein.
Leseprobe [PDF]     Bestellen [PDF]
Übersetzung
Elina Finkel↗
Besetzung
2D, 2H
Theater
URAUFFÜHRUNG
17.11.2018   Oldenburgisches Staatstheater
R: Elina Finkel