Dieter und der Wolf
Dieter war Revierförster. Er ist erst 59, aber als Förster darf er nicht mehr arbeiten und so hängt er rum. Er kennt sie alle: die Tiere, die Dorfbewohner, die Frauen. Sie nennen ihn "den Russen", weil seine Mutter ... egal. Dafür hat er einen von ihm selbst konditionierten Wolf "Boris" genannt. Jetzt wartet er auf ihn. Er hat seine Entnahme, so heißt im Jägerlatein der Abschuss, vorbereitet und liegt mit entsichertem Gewehr auf der Lauer, geschützt im alten Haus seiner Mutter. Er wartet. Er trauert um den Wolf und er weiß, dass der weg muss. DIe Wölfe werden zu sicher. Kommen immer näher ran an das Dorf, in dem es nichts mehr gibt außer einer aus EU-Geldern erbauten "Bustasche". Aber der Bus kommt auch nicht mehr. Das Dorf wird nur noch verwaltet. Hin und wieder stirbt einer. Dieter wartet und denkt nach. Über sein einsam gewordenes Leben, über seine tote Mutter, die Hasen, die die einzigen Beutetiere sind, die sich zu helfen wissen im Wald. Über Marianne, die er nicht bekommen hat. Aber nun, wo der Herbert tot ist, gibt es vielleicht noch eine Chance für ihn, den einsamen Dieter. Das Telefon stört. Die Leute fragen, wie es dem Wolf geht. Ob er schon tot sei und so weiter. Und schließlich meldet sich auch Marianne.

Ein tragikomischer Monolog aus einer vergessenen Region. Und nur die Wölfe sorgen für Aufmerksamkeit, wenn sie sich nehmen, was ihnen nicht gehört. Mit Jörg Schüttauf.


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Hörspiel
URSENDUNG
25.02.2019   MDR Kultur
R: Gabriele Bogott
53'19 min
Kalender
15.09.2019 | RADIOSENDUNG
SWR 2 | 18:20 Uhr
R: Gabriele Bigott