Der allerletzte Alltag
Lorenz Just zeigt eine Welt, in der sich die Banalität des Alltags mit der Allgegenwart der Apokalypse zu einem grotesk- komischen und beunruhigendem Bild verschränken: Poschi und Zitrone versuchen vor dem Hintergrund des Absterbens der Natur, der Wale oder der demokratischen Wahlen ihre Lebensführung zu organisieren. Konsumentscheidungen treten gleichberechtigt neben die Frage nach dem Fortbestand der Zivilisation. Die allerletzten Tage sind alltäglich geworden, oder: Alltag behauptet sich vor dem Hintergrundrauschen allgegenwärtigen Untergangs. Zwei Obdachlose unterhalten sich, so gut es noch geht, über die Verkommenheit der Welt. Eine Sicherheitsangestellte des Supermarktes scheint das denkende Zentrum zu sein. Ihre Arbeit hat sie zur vielleicht letzten Beobachterin und Fragestellerin qualifiziert. Ein Kinderchor rundet das Ensemble ab. Er beschwört das Ende und kündigt Großes für die Zukunft. Als zu allen Zumutungen auch noch die Türen des Supermarktes verschlossen bleiben, tritt  auf dem Boden umfassender Resignation plötzlich eine wie selbstverständlich anmutende Offenheit ein: In all ihren Eigenheiten und Eigenarten begegnen sich diese entfremdeten Figuren und erahnen sich vorübergehend als Gleiche.
Just sucht nicht das Spektakuläre, Reißerische. Sein Schreiben enthüllt die Aporien des Banalen, Alltäglichen. Dabei tritt nicht nur eine seltene Komik zu Tage, sondern es enthüllt sich auch Verstörendes, Uneindeutiges, Dunkles.“ (Christian Tschirner)
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Besetzung
1D, 2H, 2 Darsteller
Theater
Frei zur UA